Abschied im Allwetterzoo: Tiger-Brüder ziehen gemeinsam nach Berlin um

 

Fast zwei Jahre lang gab es im Allwetterzoo Münster sechs Sibirische Tiger: Fedor, Raya und ihre vier Jungtiere. Der Nachwuchs aus dem Mai 2024 ist mittlerweile mindestens so groß wie die eigene Mutter und längst nicht mehr auf ihre Umsorgung angewiesen.

Nachdem Anya und Ambassador den Zoo bereits Ende des Jahres und Anfang März Richtung Holland und Tschechien verlassen haben, sind am vergangenen Donnerstag nun auch Friedrich und Hubertus umgezogen. Das neue Zuhause der beiden Tiger-Brüder ist der Zoo Berlin.

„Wir mussten uns bereits vor einigen Wochen für zwei männliche Tiger entscheiden, die die Plätze in Berlin bekommen. Da Friedrich und Hubertus sich am besten verstehen, fiel die Wahl auf die beiden“, sagt Kuratorin Janine Wendels. „Die Entscheidung über die jeweiligen Zoos hat aber der verantwortliche EEP-Koordinator getroffen. Er führt das Zuchtbuch der Sibirischen Tiger und hat entsprechend den besten Überblick über den Bestand in Zoos.“

Die Tigermännchen wurden nacheinander für den Doppeltransport nach Berlin vorbereitet. Um sie so sicher wie möglich in die Transportboxen bekommen zu können, wurden sie narkotisiert. Das ermöglichte dem Tierärzte-Team außerdem ein paar letzte Untersuchungen und Blutabnahmen. Mithilfe einer Trageplane und der Kraft von zehn Kolleg*innen wurden die rund 180 Kilogramm schweren Tiger dann in die einzelnen Transportboxen gehievt, wo sie unter Beobachtung des Tierärzte-Teams langsam wieder wach wurden.

„Wir haben die vier Tiger von Beginn an begleitet, deswegen sind wir natürlich traurig, dass sie nun weg sind, aber wir freuen uns auch sehr für Raya und Fedor, dass sie nun wieder die gesamte Anlage für sich haben“, sagt Marijke Jakatt, Tierpflegerin und stellvertretende Bereichsleiterin im Allwetterzoo.

Tiger-Paar Raya und Fedor haben wieder mehr Platz

Das Tiger-Paar versteht sich sehr gut, trotzdem sind Ausweichmöglichkeiten wichtig. Tiger sind Einzelgänger und kommen eigentlich nur für die Paarung zusammen. „Fedor akzeptiert Raya auch außerhalb ihrer rolligen Phasen in seinem Territorium, aber natürlich gibt es auch zwischen ihnen mal Reibereien“, sagt Jakatt. „Deswegen ist es gut, dass sie nun wieder mehr Platz haben.“

Ob und wann die beiden ein weiteres Mal Tiger-Eltern werden sollen, ist noch offen. Auch diese Entscheidung liegt in der Verantwortung des EEP-Koordinators. Aktuell gibt es für das Tiger-Paar in Münster keine Zuchtempfehlung.